Zahnersatz – Wissenswertes zu Zahnprothesen

Im Laufe des Lebens kann es durch unzureichende Zahnhygiene oder auch genetische Faktoren zu Zahnproblemen bzw. Problemen mit der Zahngesundheit kommen. Werden diese aufgrund unregelmäßiger Kontrollen beim Zahnarzt nicht frühzeitig erkannt, kann es zu irreversiblen Schäden an den betroffenen Zähnen kommen und diese müssen entfernt werden. Dadurch kommt es zu Lücken im Gebiss, welche unbehandelt zu weiteren Problemen wie Kieferverformungen oder aufgrund dessen, dass die Nahrung beim Kauen nicht gut und vollständig zerkleinert wird, zu Magenproblemen führen kann. Da also ein vollständiges Gebiss durchaus wichtig für unsere Gesundheit ist, sollte dieses bei Zahnverlust so bald wie möglich wiederhergestellt werden. Dazu gibt es drei Möglichkeiten: Implantate, Brücken und Zahnprothesen.

Was ist eine Zahnprothese?

Zahnprothesen zählen zum herausnehmbaren Zahnersatz. Im Lückengebiss (beim Fehlen einzelner oder mehrerer Zähne) ist die Zahnprothese die simpelste Methode, um fehlende Zähne zu ersetzen.

Wann ist eine Zahnprothese erforderlich?

Meist ist eine Zahnprothese dann erforderlich, wenn Zahnlücken so groß sind, dass diese durch eine Brücke nicht mehr zu schließen sind.

Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man bei Zahnprothesen zwischen Vollprothesen und Teilprothesen, welche wiederum in folgende vier Arten unterteilt werden:

  • „Normale“ Vollprothese
  • Implantatgetragene Vollprothese
  • Modellgussprothese (Teilprothese, Klammerprothese)
  • Teleskopprothese (Teilprothese ohne Klammer)

Die Vollprothese:

Die Vollprothese, auch Totalprothese genannt, wird in der Regel dann verwendet, wenn keine Zähne vorhanden sind.

Die Totalprothese besteht aus einer Grundplatte, die aus Kunststoff gemacht ist, dem Zahnersatz, der in der Regel aus Kunststoff ist und dem künstlichen Zahnfleisch aus Acrylat (Dentalwerkstoff).

Der Tragekomfort einer Vollprothese lässt zu wünschen übrig, da Sie selbst nach einer Eingewöhnungszeit noch eine Art Fremdkörpergefühl haben.

Dafür sind Totalprothesen jedoch im Vergleich zu anderen Arten des Zahnersatzes erheblich günstiger.

Die Anfertigung der Vollprothese:

Die Anfertigung einer Totalprothese kann für den Zahnarzt und den Zahntechniker eine Herausforderung darstellen, da es, weil eben kein Zahn mehr vorhanden ist, kaum Anhaltspunkte in Bezug auf die individuellen Merkmale der Zähne (Größe, Länge, Form, Stellung) und die exakte Kauebene gibt.

Zunächst wird ein Abdruck Ihrer Kiefer gemacht und eine Bissregistrierung durchgeführt, um auch mit Prothese eine angenehme Bisssituation sicherzustellen. Auf Basis des Abdrucks wird eine vorläufige Version der Prothese aus Wachs angefertigt. Ist das Wachsmodell der Vollprothese für Sie und den Arzt zufriedenstellend, wird von einem Zahntechniker die endgültige Totalprothese fertigstellt.

Im letzten Schritt wird die fertige Prothese eingesetzt und letzte Anpassungen vorgenommen.

Die implantatgetragene Vollprothese:

Die implantatgetragene Prothese erhöht den Tragekomfort des Zahnersatzes. Die Vollprothese wird an zwei, vier oder sechs Implantaten fixiert, was besonders beim Essen den Vorteil hat, dass sich die Prothese nicht vom Kiefer löst.

Bei den Implantaten handelt es sich um künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingeschraubt werden. Nach einer mehrmonatigen Heilphase kann die Vollprothese, ähnlich einem Druckknopf, auf den Implantaten verankert werden.

Der Behandlungsablauf bei implantatgetragenen Prothesen und deren Dauer:

Bei dieser Art des Zahnersatzes dauert die Behandlung eindeutig länger.

Der Grund dafür ist das Einsetzten und Verheilen der Implantate, das dem Herstellen der Prothese vorangeht. Die Heilphase kann je nach Patienten zwischen 3 und 6 Monaten dauern. Erst danach kann mit der Herstellung der Prothese begonnen werden. Der Herstellungsprozess gleicht jener der normalen Vollprothese.

Die Modellgussprothese (Teilprothese):

Bei der Modellgussprothese handelt es sich um eine Teilprothese, die durch gegossene Metallklammern an den noch vorhandenen, echten Zähnen befestigt wird.

An dem Gerüst der Modellgussprothese werden das künstliche Zahnfleisch sowie die künstlichen Zähne angebracht. Durch das Gerüst, dass aus einer widerstandsfähigen Metalllegierung besteht, wird die Stabilität der Teilprothese garantiert.

Diese Art der Teilprothesen für Unterkiefer und Oberkiefer ist am verbreitetsten und bedeutet in der Fertigstellung den geringsten Aufwand.

Der Aufwand der Behandlung bei der Modellgussprothese

Der Behandlungsaufwand bei der Modellgussprothesen ist relativ gering und wird von Patienten als wenig unangenehm empfunden.

Zunächst werden Abdrücke der vorhandenen Zähne und des Kiefers genommen und die Klammern vorbereitet. Nach einer kurzen Anprobe mit einer unfertigen Version der Modellgussprothese vervollständigt der Zahnarzt bzw. Zahntechniker die Arbeit und die Prothese kann eingesetzt und endgültig angepasst werden.

Der Behandlungsablauf bei der Modellgussprothese

Bei der Modellgussprothese ist der Aufwand der Behandlung hoch. Gerade der erste Termin nimmt mehr Zeit in Anspruch als dies bei anderen Arten des Zahnersatzes der Fall ist.

Zunächst werden die für das Aufstecken der Prothese benötigten Zähne für die Primärkrone vorbereitet. Anschließend nimmt der Zahnarzt Abdrücke und eine Bissregistrierung, ähnlich wie bei der Vollprothese.

Zahnprothese mit Klammer: Zahnärzte am Stadtpark
Zahnprothese ohne Klammer: Zahnärzte am Stadtpark

Die Teleskopprothese (Teilprothese):

Die Teleskopprothese wird zur Schließung von Zahnlücken ohne Verwendung von Klammern genutzt. Die Teleskopprothese ist für Oberkiefer und Unterkiefer geeignet.

Die Teleskopprothese wird mithilfe von Doppelkronen befestigt. Doppelkronen oder auch Teleskopkronen genannt bestehen, wie der Name schon sagt, aus zwei Teilen. Die Primärkrone wird aus Metall gefertigt und an den der Zahnlücke benachbarten Zähnen befestigt. Die Sekundärkrone wird in die Teilprothese eingearbeitet. Die Prothese wird im Mund fixiert, indem die Sekundärkronen auf die Primärkronen aufgesetzt und angedrückt werden.

Zur Reinigung können Sie die Teleskopprothese jederzeit herausnehmen und anschließend selbst wieder einsetzten.

Die Vor- und Nachteile der Zahnprothese

Die Prothesen für Unterkiefer und Oberkiefer, ob Voll- oder Teilprothese, haben definitiv Vorteile. Sie müssen dafür auch einige Nachteile, oder sagen wir Umstände in Kauf nehmen. Hier haben wir die wichtigsten davon zusammengefasst:

Die Vorteile:

  • Kostengünstiger Zahnersatz (im Vergleich zu Implantaten)
  • Leichte Pflege
  • Möglichkeit der Anpassung bei Verlust der benachbarten Zähne
  • Ästhetisch ansprechen
  • Eventuelle gesundheitliche Schäden als Folge von Zahnlücken werden vermieden

Die Nachteile bzw. Umstände:

  • Zeitaufwendige Herstellung
  • Gründliche Mundhygiene ist erforderlich
  • Einige Zahnarzttermine sind nötig

Kontakt

Haben Sie Fragen zu Zahnersatz – Wissenswertes zu Zahnprothesen?

Wir beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihre Anfrage.

Zahnärzte am Stadtpark
Salesianergasse 4/3
1030 – Wien

Häufig gestellte Fragen zu Zahnprothesen

Wie viel kosten Zahnprothesen?

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen in Österreich ist es uns nicht gestattet Preise online zu veröffentlichen. Gerne beraten wir Sie ausführlich bei einem Besprechungstermin in unserer Ordination.

Wie putze ich meine Zahnprothese am besten?

Am besten wird die Prothese zweimal täglich beim Zähneputzen mit Wasser und Flüssigseife gereinigt. Dazu können Sie auch eine größere Handbürste statt einer Zahnbürste verwenden, da diese das Putzen erleichtert. Die Prothese muss nicht mit Zahnpasta gereinigt werden.

Was sollte ich bei den Zahnprothesen für Oberkiefer und Unterkiefer nach der Fertigstellung und dem Einsetzen berücksichtigen?

Nach der Übergabe und dem letzten Kontrolltermin durch den Zahnarzt liegt es an Ihnen, den Zahnersatz richtig zu behandeln. Zum einen geht es hierbei um die gewissenhafte Mundhygiene, zum anderen sollten Sie die Kontrolltermine beim Zahnarzt einzuhalten. Vor allem bei Teilprothesen sollten Sie diesen wichtigen Punkten besondere Beachtung schenken, um die noch vorhandenen Zähne gesund zu erhalten.

Zusätzlich ist Geduld bezüglich des Tragekomforts vonnöten. Denn je nach Patienten ist die Dauer der Eingewöhnung eine andere. Vor allem dann, wenn Sie bereits längere Zeit ohne Zähne oder mit Zahnlücken gelebt haben.